Jahresbericht des Präsidenten

Über das Jahr 2016 zuhanden der DV vom 8. April 2017

Liebe Delegierte

Den Jahresbericht beginne ich mit einigen Gedanken zur allgemeinen Lage. Nach Jahren des Aufbruchs scheint es im Moment, dass wir betreffend den Naturthemen eher Rückschritte hinnehmen müssen. Umweltthemen haben es im Moment schwer. Regionale Naturparks werden bekämpft. Der nationale Park fand keine Zustimmung bei den betroffenen Gemeinden. Abstimmungen über Fördermassnahmen gehen negativ aus. Die Natur scheint keine Lobby mehr zu haben. Die Biodiversitätsstrategie bleibt in den Ansätzen stecken. Eigeninteressen, ja oft Egoismus, vernebeln den Blick fürs Ganze, für die Zusammenhänge. Erlebnisparks sind wichtiger als Schongebiete für Flora und Fauna. Da bleibt es wichtig, dass wir uns vor Ort für unsere Anliegen einsetzen. Ich will sicher nicht den Menschen aus der Landschaft verbannen, er ist Teil einer intakten Region, aber eben nur Teil. Gerade BirdLife kann durch die Fokussierung auf Vögel glaubwürdig zeigen, wo Einschränkungen sinnvoll sind. Themenkreise sind dabei Alternativenergien (Wasserkraftwerke, Windräder) bei denen es gilt, eine Interessenabwägung zu machen, oder Freizeitgestaltung (Parks, Wassersport, Picknickräume), bei denen Schongebiete unberührt sein müssen, oder Gewässerrenaturierungen, bei denen unterschiedlichste Interessen aufeinander prallen. Bei all diesen Themen kann BirdLife den Sektionen helfen, verträgliche Lösungen anzupeilen.

Die Arbeit im Vorstand

Über den Sperber haben wir an der letzten Präsidententagung ausführlich diskutiert.

Das 4. Heft 2017 wird das zwanzigste in neuer Form sein. Es dient der Standortbestimmung und wird die Anfänge des früheren Sperbers genau so behandeln wie die Erkenntnisse der letzten 5 Jahre. Eine grosse Mehrheit der Leser möchte die Fachzeitschrift nicht missen. Es kommen aber auch kritische Stimmen zu Wort.

Die Arbeit des Vorstandes ist in vielen Teilen unspektakulär. Es werden Mitgliederlisten verwaltet, das Rechnungswesen geführt, die Administration gemacht. Die Homepage wird erneuert und gepflegt. Die Kontakte zu den Sektionen sind Teils recht aufwendig und nicht zuletzt wird das Netzwerk unter den Umweltverbänden gepflegt. Auch die Verbindung zur Regierung des Kantons St.Gallen und zum ANJF, respektive weiteren Ämtern ist intensiv.

Anregungen

Vorstösse aus den Sektionen haben 2016 gezeigt, dass nebst Kommunikation und Bereitstellung einer Plattform für den Austausch von Informationen weiter Aktivitäten gewünscht werden. Nach der Präsidententagung haben wir eine Spurgruppe ins Leben gerufen. Ihr gehören Theo Scheidegger, Jonas Barandun und Ursina Wüst an. Die Gruppe arbeitet erste Vorschläge aus. In der Folge werden dann der Vorstand und später Interessierte aus den Sektionen am Projekt arbeiten. Ziel ist es, an der Präsidententagung 2018 die Ergebnisse zu präsentieren und mit der Umsetzung zu starten.

Weiterbildung

BirdLife Sarganserland führt seit Jahren mit Erfolg einen Feldornithologiekurs durch. Diese ureigene BirdLife-Aufgabe ist wichtig und für den Fortbestand der Sektionen von grosser Bedeutung. Im nördlichen Kantonsteil mussten Interessierte nach Zürich oder Thurgau ausweichen. Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen, dass 2018 ein Kurs im Fürstenland stattfinden wird. Die Vorbereitungen sind weitestgehend gemacht. Der Kurs startet am

16. Januar 2018, bietet 20 Teilnehmern Platz und dauert 1 ½ Jahre. Er schliesst mit einer Prüfung ab. An 20 Theorieabenden und 16 Exkursionen wird das Wissen vermittelt. Ebenfalls im Herbst 2017 startet ein Kurs des Nachbarverbandes Glarus in Ziegelbrücke.

Immer wieder erhalten wir Anfragen von gemeinnützigen Institutionen über mögliche Einsätze. Wir leiten diese dann den zuständigen Sektionen weiter. Eine interessante neue Möglichkeit eröffnet sich demnächst. Ein Team möchte mit Randständigen Arbeiten ausführen, wie zum Beispiel Nesthilfen bauen oder ein Schwalbenhotel erstellen. Die einzige Bedingung für Sektionen wird sein: Die gewünschten Bauteile aufzustellen und dazu die Hersteller einzuladen.

Dank

Seit 6 Jahren bin ich nun euer Präsident. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit, manches angepackt, einiges auch verbockt, aber immer mit der Überzeugung, für BirdLife und für die Sektionen mein Bestes zu geben. Beurteilen müsst ihr, in wie weit mir das gelungen ist. Dank eurer Unterstützung und eurer Inputs können wir uns steigern – zum Wohl der Umwelt,

und damit wir einmal sagen dürfen: Wir haben unseren Enkeln ein lebenswertes Umfeld hinterlassen.

Mein Dank geht an alle Natur- und Vogelschützer, welche sich ehrenamtlich und mit viel Freude für die Umwelt einsetzen. Viele stille Helfer arbeiten tatkräftig im Sinne unserer Anliegen. Dem Vorstand danke ich für die motivierende Unterstützung, das Mitdenken und die uneigennützige Arbeit im Dienste der Natur. Ihnen allen für die tollen Begegnungen und die vielen positiven Rückmeldungen auf unsere Arbeit.

Ich freue mich, BirdLife St.Gallen weiterhin vorzustehen.

Jahresbericht des Präsidenten 2016